Kein Geld für Aufzug im Standesamt

Alle Jahre wieder, so auch dieses Jahr am 1. Februar, verkündet der Sozialreferent dem Behindertenbeirat den bald bevorstehenden Einbau des Aufzugs in das städtische Gebäude und holt sich dafür den Beifall der Gutgläubigen ab. Kritisch gesehen ist für vieles Geld da, für die am meisten Benachteiligten unter uns aber nicht!
Das Trauungszimmer der „Metropole“ Augsburg ist nicht nur seit Jahren für Behinderte unerreichbar. Omas und Opas müssen, um der Trauung ihrer Enkel beiwohnen zu können, von der Verwandtschaft die Treppen hochgetragen werden.
Der CSU Stadtrat Benedikt Lika, selbst Rollstuhlfahrer kritisierte 2015 öffentlich in der AZ die mangelnde Barrierefreiheit von Augsburgs Gastronomie. Von der Dringlichkeit eines Aufzugs für das Standesamt konnte er aber seine eigene Fraktion bisher nicht überzeugen.

Durch eine Überarbeitung der völlig überzogenen Planung von 2007 ist es möglich, das Standesamt mit maximal 500.000 Euro behindertengerecht auszubauen. Der Aufzug alleine kostet laut vorliegender Kostenschätzung weniger als 100.000 Euro.

Die Abwehrargumente der zuständigen Referate lassen sich mit einem Pauschalangebot für den behindertengerechten Ausbau mit diesem Höchstbetrag leicht entkräften. Mit Lippenbekenntnissen, Versprechen und Vertröstungen in die nächsten Haushaltsjahre tut man sich als frei beweglicher Politiker leicht, erschwert aber seit 10 Jahren Jahr für Jahr behinderten Menschen das Leben und die Teilhabe an unserer Stadtgesellschaft.

Wir haben deshalb nochmal einen Antrag zur Aufnahme der nötigen Mittel in den Doppelhaushalt 2017/2018 eingebracht.

Antrag Standesamt 12.02.2017